Jetzt bekommt dein Text Superkräfte.
Im ersten Teil dieser Blogserie hast du bereits den wertvollsten Tipp für erfolgreiches Texten kennengelernt: die Strategie.
Reminder: Mit fünf gezielten Fragen schaffst du die Grundlage für Texte, die Wirkung entfalten. Jetzt geht es an den Aufbau.
Wie präsentierst du deine Inhalte so, dass sich Menschen angesprochen fühlen? Wie fängst du an? Was gehört in die Mitte? Und womit hörst du am besten auf?
Fragen über Fragen.
Eines dürfte klar sein: Nur was deine Kund*innen sofort verstehen, kann sie auch überzeugen. Diese acht Schritte führen dich Stück für Stück zu einem klaren und kraftvollen Textaufbau.
Bist du bereit? Dann kann es losgehen.
Keine Zeit? Überflieg das Wichtigste.
- Gute Texte machen es Leser*innen leicht: Das Wichtigste kommt zuerst, denn Aufmerksamkeit ist dein höchstens Gut.
- Kundenorientierung ist das A und O: Nicht das, was du unbedingt erzählen möchtest, zählt– sondern das, was für deine Kund*innen relevant ist.
- Klarheit schlägt jede Kunstform: Ein Gedanke pro Satz, eine logische Struktur und präzise Formulierungen erleichtern das Lesen und Verstehen.
- Anfang und Ende sind besonders wichtig: Der Einstieg entscheidet, ob Menschen einsteigen – der Schluss, was sie tun und in Erinnerung behalten.
Warum Text einen Aufbau braucht:
Deine Textstrategie steht, der Weißraum wartet. Jetzt kann es endlich ans Texten gehen.
Doch womit fängst du an? Und in welcher Reihenfolge machen Informationen Sinn?
Wichtig: Ein guter Text ist kein Sammelbecken für alles, was du über dein Unternehmen, deine Marke oder dein Angebot erzählen möchtest.
Und es ist auch keine Ego-Show.
Ein guter Text führt Leser*innen durch deine Inhalte – und zwar möglichst so, dass es völlig logisch, glaubwürdig und nachvollziehbar klingt.
Diese acht Schritte helfen dir dabei.
1. Sag das Wichtigste zuerst.
Kennst du die berühmten drei Sekunden, in denen wir entscheiden, ob etwas unsere Aufmerksamkeit verdient? Genau deshalb solltest du deine besten Argumente nicht irgendwo im dritten Absatz verstecken.
Biete deinen Kund*innen statt „Herzlich willkommen auf unserer Website“-Blabla gleich das an, weshalb sie überhaupt hier sind.
Kundenorientierung zeigt sich im ersten Satz.
Was ist für deine Leser*innen jetzt am relevantesten? Was möchten sie wissen? Welches Problem wollen sie lösen? Damit solltest du anfangen.
2. Benenne einen klaren Nutzen.
Nützliches für deine Kund*innen beginnt erstaunlich selten mit „Wir“ oder „Ich“. Beides können Signalwörter dafür sein, dass du deine Perspektive einmal drehen darfst.
Natürlich darfst und sollst du erzählen, was du kannst oder bietest. Entscheidend ist nur, was deine Kund*innen davon haben.
Aus Eigenschaften werden Vorteile.
Aus Vorteilen wird Nutzen.
Frag dich also nicht nur: Was kann mein Angebot?
Sondern vor allem: Was verändert sich dadurch für meine Kund*innen?
Wenn du Teil 1 „Richtig gut texten: die Strategie“ gelesen hast, hast du dafür bereits jede Menge Material gesammelt.
3. Überzeuge mit Ehrlichkeit.
Schreibe nur, was du selbst glaubst.
Du musst dein Angebot nicht makellos bügeln, damit es überzeugend wirkt. Im Gegenteil: Ecken, Kanten und eine klare Haltung machen Texte lebendig und Marken glaubwürdig.
An tausendmal glattgebügelten Geschichten bleibt kaum jemand hängen.
Zu perfekt wirkt schnell künstlich. Zu glatt wird austauschbar. Und austauschbar ist ungefähr das Letzte, was du mit deinen Texten erreichen möchtest.
Oder wie Franz Josef Strauß es mal formuliert haben soll:
„Everybody’s Darling ist everybody’s Depp.“
4. Interagiere beim Texten.
Stell dir beim Schreiben einen konkreten Menschen vor.
Was beschäftigt diese Person? Was wünscht sie sich? Welche Fragen bringt sie mit? Welche Zweifel, Sorgen oder Hürden kannst du ihr nehmen?
Und dann sprich mit ihr.
Stell Fragen. Gib Antworten. Sei freundlich. Zeig dich kompetent. Reagiere gedanklich auf Einwände.
Ein guter Text ist kein Monolog. Er fühlt sich im besten Fall wie ein Gespräch an.
Wenn du Teil 1 dieser Blogserie gelesen hast, hilft dir hier besonders deine Antwort auf die Frage, mit wem du sprichst.
5. Fordere zum Handeln auf.
Wer nicht sagt, was er will, bekommt häufig auch nicht, was er möchte.
So einfach ist das.
Überlass deinen Leser*innen deshalb nicht die komplette Arbeit, herauszufinden, was sie als Nächstes tun sollen.
Schlag den nächsten Schritt vor.
Das kann ein direkter Kontakt sein, ein Download, eine Anmeldung, ein Kauf, ein weiterer Artikel oder einfach die Einladung, mehr über ein Thema zu erfahren.
Ein guter Call to Action gibt Orientierung, statt Druck zu machen.
Und manchmal darfst du sogar zwei Möglichkeiten zur Auswahl anbieten.
Hauptsache, dein Text endet nicht in einer kommunikativen Sackgasse.
6. Formuliere klar und präzise.
Ein guter Text sollte nicht komplizierter sein als das, was er erklären möchte.
Vermeide deshalb unnötig verschachtelte Gedanken, widersprüchliche Aussagen und Formulierungen, bei denen deine Leser*innen erst einmal überlegen müssen, was du eigentlich sagen willst.
Humor, Wortspiele und ungewöhnliche Bilder? Sehr gerne.
Aber auch hier gilt: Verständlichkeit geht vor Selbstdarstellung.
Nicht alles, was wir beim Schreiben besonders clever finden, kommt auf der anderen Seite genauso an.
Oder ganz nach Arthur Schopenhauer:
„Nichts ist leichter, als so zu schreiben, dass kein Mensch es versteht.“
7. Fass dich kurz und gehirngerecht.
Schachtelsätze können in Literatur oder journalistischen Texten wunderbar funktionieren.
In werblichen Texten kämpfst du häufig noch um die Aufmerksamkeit deiner Leser*innen.
Mach es ihnen deshalb leicht.
Ein Gedanke pro Satz ist eine ziemlich gute Orientierung. Wenige Kommas ebenfalls. Und wenn ein Satz beim zweiten Lesen immer noch Anlauf braucht, darf er meistens geteilt werden.
Texter-Tipp:
Stell dir vor, du wirfst jemandem Bälle zu. Wirfst du fünf gleichzeitig, wird vermutlich nicht viel gefangen. Wirfst du sie nacheinander, sieht die Sache schon anders aus.
Genauso funktioniert es mit Gedanken in Texten.
Einer nach dem anderen erhöht die Chance, dass sie ankommen.
8. Finde einen starken Schluss.
Dein Text sollte niemals einfach aufhören, weil die maximale Zeichenzahl erreicht ist.
Wenn es gegen Ende eng wird, kürze lieber irgendwo in der Mitte – und gönn deinem Text einen richtigen Schluss.
Was soll hängen bleiben?
Was möchtest du deinen Leser*innen noch mitgeben?
Und was sollen sie als Nächstes tun?
Das kann etwas Persönliches sein, ein letzter Gedanke, eine überraschende Pointe, ein Call to Action oder ein Link zu weiterführenden Informationen.
Deine Kund*innen haben bis hierher gelesen. Einen guten Nachtisch haben sie sich also verdient.
Texter-Tipp:
Nutze den Tiramisu-Effekt. Je geschmackvoller der Schluss, desto eher bleibt auch der Rest des bisherigen Menüs in Erinnerung.
Den Tiramisu-Effekt kannten bisher nur Italiens Köch*innen, Forscher*innen der Stanford University – und jetzt du.
Richtig gut texten: deine Takeaways
Ob mit oder ohne Tiramisu: Richtig gutes Texten geschieht nicht mal kurz nebenher. Ein klarer Aufbau, ein gutes Gespür für menschliche Motive und eine solides Handwerk gehören einfach dazu.
Die gute Nachricht: Du musst diese acht Schritte nicht vor jedem Text einzeln abhaken. Je öfter du sie anwendest, desto selbstverständlicher werden sie. Irgendwann denkst du nicht mehr darüber nach – du machst es einfach.
Und wenn dir die Übung, die Zeit oder der Blick von außen fehlt, weißt du ja, wo du mich findest (räusper). Dafür bin ich schließlich da.
FAQ: Aufbau für richtig gute Texte
Wie ist ein guter Text aufgebaut?
Ein guter Text führt Leser*innen klar vom Einstieg bis zum nächsten Schritt. Dabei folgt er einer klaren Dramaturgie: Er weckt Interesse, vermittelt relevante Inhalte, schafft Vertrauen und gibt Orientierung, ohne seine Leser*innen zu verlieren.
Was gehört unbedingt in einen guten Text?
Entscheidend sind wirklich relevante Inhalte, ein klar erkennbarer Nutzen und eine verständliche Struktur. Ob Website, Blogartikel, Newsletter oder Social-Media-Post: Alles, was nicht zum Ziel oder CTA des Textes beiträgt, darf hinterfragt werden.
Was macht einen guten Texteinstieg aus?
Ein guter Einstieg zeigt, warum sich das Weiterlesen lohnt. Statt langer Vorreden oder austauschbarer Begrüßungen solltest du mit etwas beginnen, das für deine Leser*innen wirklich Sinn macht – zum Beispiel einem konkreten Nutzen, einer spannenden Frage oder einer überraschenden Aussage (ohne Clickbait).
Wie lang sollte ein guter Text sein?
So lang wie nötig und so kurz wie möglich. Eine pauschale ideale Textlänge gibt es nicht. Entscheidend ist, dass dein Text alle wichtigen Informationen vermittelt, ohne mit unnötigen Umwegen zu langweilen oder Gedanken mehrfach zu wiederholen.
Wie endet ein richtig guter Text?
Ein guter Schluss bleibt im Gedächtnis und gibt deinen Leser*innen Orientierung für den nächsten Handlungsschritt. Das kann ein Call to Action, ein persönlicher Gedanke, eine Pointe, ein Extra oder eine Einladung zum Wiedersehen sein.
Aus die Maus. Lesen wir uns wieder?
Danke für deine Aufmerksamkeit. Ich hoffe, der Beitrag konnte dir weiterhelfen.
Dieser Artikel ist der zweite Teil meiner dreiteiligen Blogserie „Richtig gut texten“. Wenn du weitermachen möchtest, findest du hier alle drei Teile:
Teil 1: Richtig gut texten – die Strategie
Teil 2: Richtig gut texten – der Aufbau
Teil 3: Richtig gut texten – die Lesefreude
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Und wir sehen uns gerne einen Blog weiter.